Påske i Norge
“Was heeßt’n das?” werden sich die meisten jetzt fragen. Okay, diesmal verrate ich es euch: Ostern in Norwegen. Seit Montag vor den Ostertagen hatten wir beide bereits ‘påskeferie’. Da uns der Schnee hier so langsam genug ist, haben wir beschlossen, in frühlingshaftere Gefilde zu reisen. Die Wahl fiel nicht schwer. Bergen, Norwegens zweitgrößte Stadt, stand ganz oben auf unserer “Was wir schon immer in Norwegen machen wollten” - Liste. Dort soll es zwar immer regnen (siehe vorheriger Bericht), aber das hielt uns nicht vom Reisen ab.
Die Osterzeit wird hier, wie in Deutschland auch, schon ewig vorher eingeläutet. Osterschokolade, Ostereier, gelbe Kücken usw. stehen schon Wochen vorher in den Regalen der Geschäfte. Aber daran kann man sich wenigstens orientieren, in welcher Jahreszeit man sich gerade befindet:o)
In der Schule haben wir kräftig Osterhasen gemalt, Hühner gestrickt, Stoffeierwärmer genähnt und Ostereier gefärbt. Aber der Knaller war meine Osterüberraschung für die Kinder am Freitag vor den Ferien. Meine Eltern haben mir von zu Hause einen Klassensatz Überraschungseier mitgebracht. Ich muss bemerken, dass es bei den Norwegern nicht üblich ist, die Osternester für die Kinder zu verstecken. Doch - da es nun mal eine deutsche Überraschung war, mussten sie natürlich suchen. Aber zuvor wurde ich beim Verstecken der Eier auf die harte Probe gestellt: Die Klasse färbte Ostereier, Zeit für mich zum Verstecken vor der Schule. Ich machte Stapfen in den Schnee, legte die Eier auf Balken, an das Schulhaus usw. - schön verteilt. Ich war schon gespannt auf die Reaktion der Kinder. Doch plötzlich kamen einige Zweitklässler angeflitzt und riefen ihre Kumpels zusammen, dass hier überall Ostereier liegen. Die Freude stieg bei ihnen bis über beide Ohren… und ich fing an zu schwitzen! Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, da waren zwei, drei Eier eingesammelt. Ich dachte nur, irgendwas sagen, Hauptsache sie lassen die Eier liegen! Gesagt getan. Aber nichts desto trotz rannten sie herum und suchten aus Spaß an der Freude alle Eier, ließen sie jedoch brav liegen. Ich war allerdings auf 180, meine Augen waren überall. Mir tat es schon etwas Leid, die Kleinen vertrösten zu müssen. Aber umso mehr freute ich mich dann über die Reaktion meiner vierten Klasse. Ich erklärte ihnen vorher, dass es bei uns eben typisch ist, die Ostereier zu suchen. Dann durften sie suchen. Und sie hatte soooo eine Freude dabei. Im Klassenzimmer wurden die Eier dann sofort geschlachtet und bis zum Stundenende mit dem Inhalt gespielt:o) Natürlich mussten Hege und Siv, die beiden Lehrerinnen dann auch noch suchen. Das war Spaß für die ganze Klasse und insgesamt natürlich ein voller Erfolg.
Am Tag zuvor besuchten wir Erland, einen Lehrer meiner Schule. Er besitzt eine kleine Holzwerkstadt und hat uns schon lange eingeladen, unsere eigenen Löffel herzustellen. Genau das haben wir schließlich gemacht. Und es sind unverkäufliche Prachtstücke geworden:o) Nach schwerer Arbeit sind hat uns Erland noch eine Runde auf die andere Seite von Lillehammer chauffiert. Wir hatten eine wunderschöne Aussicht auf die nächtliche, leuchtende Stadt.
Am Samstag und Sonntag hat es mich dann dummerweise nochmal mit einer Erkältung aus dem Rennen genommen. Ich musste mich sehr schonen, schließlich gings am Montag nach Bergen… Samstag Abend hat Berni seinen Sommerschnitt verpasst bekommen. Bei Grethe, ebenfalls einer Lehrerin meiner Schule, konnte ich eine Haarschneidemaschine borgen. Das war’s dann für den dicken Winterpelz:o) Und kurzentschlossen wurden wir noch bei ihr eingeladen und haben einen gemütlichen Fernsehabend mit Süßigkeiten und ‘Pretty Women’ verbracht (endlich mal wieder Fernsehen gucken…).
