Die Russe(n) kommen

… und sind nun fast schon wieder weg. Aber trotzdem, man muss es mal erwähnen. Nur kurz zum Begriff Russ:
(Def.1)
Er bezeichnet Teenager am Ende ihrer Pubertät, die die meiste Zeit vor den Abschlussprüfungen nicht geradeaus gehen können, weil der Alkohol ungewollte oder gewollte Auswirkungen zeigt.
(Def.2)
Russ ist die Bezeichnung für alle aktuellen Schulabgänger (Abiturienten und Schüler, die die Lehre abgeschlossen haben). Das Erkennungszeichen der Russ ist die Latzhose. Je nachdem welche Ausbildung man genossen hat, trägt man die Hose in einer anderen Farbe (rot,blau,schwarz), wie auf dem Bild zu sehen.
Die Zeit der Russ dauert 3 Wochen und ist meistens vor den Abschlussprüfungen. Hauptaufgabe ist, einfach nochmal richtig die Sau rauszulassen. Da denkt man, dass bei unserem letzten Schultag schon ordentlich auf die Kacke gehaun wird, aber was hier abgeht, das haben wir so noch nicht gesehen. Die Russ müssen in der Zeit viele verschiedene Aufgaben erledigen und sammeln dafür “Abzeichen”, die an ihre Mützen gehängt werden. Da kann dann jeder sehen, wie “krass” er ist. Da muss man dann schon mal ne Weile auf einer Kreisverkehrsinsel campen oder 5 Liter Eis auf einmal essen. Manche laufen sogar nackt durch die Straßen. Natürlich wird auch viel Unsinn mit Alkohol getrieben.
Eine Besonderheit hier in Lillehammer ist, dass hier eines der größten Treffen dieser Schulabgänger stattfindet. Bis zu 7000 Jugendliche reisen aus ganz Norwegen an, um an dieser riesigen Party teilzunehmen. Deswegen konnten wir uns auch erklären warum wir so viele rote Vans/Busse bei unserem Dovrefjell-Ausflug gesehen haben. Ach ja, die roten, fast Schrottkarren, die “Russebil”. Die Russ schließen sich in Gruppen zusammen und kaufen sich für die Zeit ein Bus, der rot angemalt wird und anderweitig modifiziert wird. Meistens sind das ältere Autos, man konnte sie aber schon von Weitem erkennen und hätte dann auch entsprechend ausweichen können.
Und da die Norweger sich immer wiedr gern an ihre “Russ”-Zeit erinnern, gibt es hier in einem benachbarten Studenten-Wohnheim eine jährliche X-Russeparty, wo sich auch nochmal so richtig die Kante gegeben wird und sich an alte Zeiten erinnert wird. Das läuft dann ungefähr so ab: Es gibt einen Termin, der Ort steht sowieso fest und möglichst viele, oder fast alle Studenten wissen bescheid. Am Nachmittag wird bereits der Grill angeworfen und das erste Bier geköpft getrunken. Das geht dann bis spät in den Abend und wie dann der Zustand aller Beteiligten ist, kann man sich ja vielleicht ungefähr vorstellen. Wir ließen uns das Spektakel natürlich nicht entgehen und waren dabei. Hier nur ein kurzer Einblick auf das Schlachtfeld…
Nun ist aber die Zeit der Russ schon bald wieder vorbei, überraschenderweise am Nationalfeiertag der Norweger, am 17 Mai.
Na dann, prost.

Sieht ja aus, wie nach einer ganz normalen Mittweidaer WG-Fete…
grüß gott,
SKAL (a mit kringel)! würde ich sagen
in schweden gibts auch solche forrykten parties, wobei ich die nicht so mit erlebte wie ihr… nee nee diese skandinavier sind schon vittig.
zum Abschied noch ‘en bayrisches Sprichwort:
Dead hod sovui Hirn, ois wia a Ameisn Fett in da Kniascheim.
hahahahahahahahahahahahahahahahaha………hihihihihihihihihiihihihihiihi
Pfürti
Rese
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