Bericht aus Lillehammer
Geschrieben am 16.02.2009 von Berni | 2 KommentareNun sind wir schon seit ganzen 2 Wochen in Lillehammer und da gilt es ein erstes kurzes Resümee zu ziehen.
Die Anreise verlief ohne große Probleme, denn wir hatten zum Glück ein kleines privates Taxi, das uns hoch in den Norden brachte. Vielen Dank nochmal an Fahrer und Co-Pilotin und den Steward, der uns hinreichend versorgte. Nach etwa 4 Stunden Fahrt bis Rostock, dann 3 Stunden warten auf die Fähre, die uns über Nacht und innerhalb von 7 Stunden nach Trelleborg brachte, und dann nochmal etwa 10 Stunden Fahrt, kamen wir über Malmö, Göteborg und Oslo nachmittags in Lillehammer an. Der Schnee wurde dabei immer mehr und auch die angezeigte Temperatur im Auto zeigte uns deutlich, in welche Himmelsrichtung wir unterwegs waren. Da war es in Oslo noch angenehm, als es dann in Lillehammer -23 Grad anzeigte. Und man bedenke, dass es bis zum Nordpol noch etwa 4000km sind.
Also nun in Lillehammer angekommen, waren wir sehr positiv von unserer Wohnung überrascht. Schön groß, sogar mehr möbiliert als wir gedacht hatten. Unser Balkon wird uns dann im Sommer noch gute Dienste leisten.
In den ersten Tagen waren wir natürlich gleich auf der Piste in Hafjell. Als Austragungsort der Olympischen Winterspiele von 1994, ist die nächste Alpinanlage nicht weit und schon ging es auf die schwarze olympische Abfahrt. Das kuriose während des ersten Skitages war, dass im Tal eisige Temperaturen von etwa -20 Grad herrschten und 1000 Höhenmeter weiter oben waren es nur -1 Grad. Die Liftfahrt nach oben war wie eine Heizung. War eine interssante Erfahrung.
In der ersten Woche ging es für uns gleich zur Sache. Marlies fing ihr Praktikum in der Grundschule an und ich hatte meine ersten Norwegisch- und Norwegian Culture&Society- Stunden. Marlies gefällt es in ihrer Schule sehr gut. Sie wurde super aufgenommen und lernt schon fleißig Norwegisch. Dabei kann sie schon einige Kinder unterstützen, die Probleme beim Lernen haben. Ich fahre jeden Morgen, bzw. Mittag mit dem Bus zur Uni. Bis jetzt ist der Stundenplan noch sehr entspannt, aber das wird sich noch ändern, denke ich. Toll finde ich, dass es hier auch eine Art Lillehammer Modell gibt. (siehe Mittweidaer Modell) Ganz frei nach dem Motto “Morgens studieren, Nachmittags Ski fahren”. Ich persönlich finde das besonders toll, denn wir sind seit gestern stolze Besitzer einer Saison-Skikarte mit der wir unbegrenzt bis zum 30.04. in fünf Skigebieten Ski fahren können. Unsere Knochen sind außer sich vor Freude, aber keine Angst wir geben auf diese besonders acht.
Von unseren internationalen Kommilitonen wurden wir auch schon herzlichst aufgenommen, besonders von den deutschen. Vertreten sind aber natürlich auch Nationen wie Holland, Finnland, Litauen, Spanien, Frankreich und kurioserweise auch die USA. Es gab schon zahlreiche Parties, dies hält sich bei uns aber in Grenzen, denn hier kann eine Party schon sehr teuer werden. Ein Bier im Studentenclub kostet ca. 5 EUR und das ist noch das günstigste Getränk. Wenn es dann mal Live-Musik gibt, kommen 10-20 EUR Eintritt hinzu. Da geh ich doch lieber auf den Hang und riskiere meine Knochen. Zumindest waren wir schon auf einer sehr unterhaltsamen Karaoke-Party und bald soll es im Club einen Abend mit DDR-Musik geben. ?! Wie die Norweger wohl darauf kommen? Wir sind gespannt.
Das soll es erstmal für heute gewesen sein. Demnächst gibt es noch weitere Berichte über das “Lillehammer Modell”. Also dann, bis bald.
